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                                          Auftritt in Japan 

Rüdenhäuser Wengertsmusikanten musizierten in Japan

Begonnen hat alles in einer lustigen Weinlaune als die Rüdenhäuser Wengertsmusikanten im Juli des Jahres 2005 am Weinfest in Castell aufspielten. Anneliese Schwarzmann, Wirtin des beliebten Restaurants in Würzburg „Zur Stadt Mainz“ kam mit einer Japanischen Delegation aus Nagoja, angeführt von Herrn Miwa, seines Zeichens Abteilungsleiter des größten Kaufhauses Japans mit dem  Namen „Takashimaya“. Er war auf der Suche nach Deutschen Firmen die anlässlich einer Messe, genannt „Deutsches Oktoberfest“ im besagten Kaufhaus ihre Waren anbieten sollten.

Als ich, mehr oder weniger im Spaß erwähnte, dass wir auch gerne mal in Japan musizieren würden, nahm Miwa diesen Vorschlag sofort ernst. Einige Wochen später wurde er konkreter und  engagierte uns mit fünf Mann für die besagte Messe. Gesagt- getan! Wir stellten unsere kleinste musikalische Besetzung zusammen und flogen am 2. Oktober zusammen mit Anneliese und Margarethe Schwarzmann nach Osaka.

Von dort ging es mit dem Bus nach Otsu, der Partnerstadt von Würzburg,  wo uns der Oberbürgermeister der Stadt herzlich begrüßte. Danach  lernten  wir das „Würzburg-Haus“ kennen, besagtes Gebäude  wurde vor einigen Jahren von fränkischen  Handwerkern dort aufgebaut. Fränkische Spezialitäten und fränkische Weine und Biere stehen dort im Angebot.

Nach Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten in Kioto erlebten wir auch das berühmte Kormoranfischen in Gifu. In der Nacht  fuhren wir  endlich in die 3 Millionen-Stadt Nagoja, der viert größten Stadt Japans,  wo für uns  Musikanten dann am nächsten Tag die „Arbeit“ beginnen  sollte. Beeindruckt von der Größe des riesengroßen Luxushotels „Associa“ in dem wir untergebracht waren (Zwei Türme mit 53 Stockwerken) begaben wir uns zu einer Besprechung  wo der Ablauf jedes Auftritts erläutert wurde. Demnach sollten wir drei mal täglich je eine halbe Stunde in der 10. Etage des Kaufhauses musizieren. Zu Beginn jedes Auftritts  spielten wir zwei Stücke am Haupteingang im Parterre des Geschäftes wobei eine Moderatorin für unseren Auftritt Werbung machte.  Die Sitzplätze vor unserer Bühne in der 10. Etage waren stets besetzt und voller Erwartung standen sogar viele japanischen Zuhörer um unserem „Konzert“ zu lauschen. Das „Frankenlied“ oder der Marsch „Gruß an Würzburg“ aber auch deutsche Volkslieder, böhmische Polkas und Walzer kamen bei den Japanern sehr gut an. Uns war nicht bewusst wie beliebt bei den Japanern Blasmusik ist. Sie klatschten im Takt und forderten jedes mal Zugaben. Die meiste Zeit ging bei unserem relativ kurzem Auftritt für die Interviews drauf. Jeder Musiker wurde von einer hübschen Moderatorin gefragt was für ein Bild wir von den Japanern hätten, ob wir Probleme in Japan gehabt hätten, wo Rüdenhausen liege, Wie lange es die Wengertsmusikanten gibt und was man zu Frankenwein isst und vieles vieles mehr. Besonders groß war die Freude beim Publikum als wir ein japanisches Heimatlied zum Besten brachten. Schon bei Beginn des Spielens applaudierten sie und zeigten uns ihre Freude und Rührung darüber. Überhaupt ist die Höflichkeit und die Freundlichkeit der Japanischen Bevölkerung beeindruckend.

Mit unserer Musikantentracht, Lederhose, weißes Hemd und rote Weste kamen wir uns fast vor wie Exoten. Weil im Vorfeld des „Deutschen Oktoberfestes“ die Veranstalter kräftig die Werbetrommel rührten (Anneliese Schwarzmann und ich wurden zu den sechs größten Tageszeitungen von Nagoja gefahren um Interviews zu geben und fotografiert zu werden) kamen sehr viele Besucher zu unseren Konzerten. Ich glaube so oft wurde unsere Musikgruppe noch nie zuvor fotografiert und noch nie mussten wir so viele Autogramme schreiben.

Das Würzburger Lokal „Zur Stadt Mainz“ war anlässlich der Messe in Nagoja nachgestellt und unter der Anweisung von Anneliese Schwarzmann wurden in der Küche Fränkischer Krustenbraten und  Rinderbraten zubereitet. Auf einer Bühne demonstrierte  Anneliese wie man Kartäuserklöße zubereitet. Fränkische Weine wurden kredenzt und Bierproben wurden durchgeführt. Neben unserer Bühne war die „Würzburg-Bar“ an der wir Musikanten uns mit Würzburger Hofbräu labten. Das an unserem Land sehr interessierte Publikum nahm dieses vielseitige Angebot gerne  an. Natürlich kamen auch einige Besucher die bereits in Deutschland gelebt hatten und unterhielten sich mit uns in unserer Muttersprache. Die meisten Gespräche mussten jedoch von einer unserer Musikantengruppe zugeteilten Dolmetscherin übersetzt werden. 

Am 11. Oktober ging unser Flug von Nagoja wieder nach Frankfurt zurück, wo uns eine kleine Abordnung aus Rüdenhausen überraschte.

Die Herzlichkeit, den Hang zur Perfektion und die Höflichkeit der japanischen Bevölkerung wird uns ewig in Erinnerung bleiben